Bauchzentrum

Frau S., 58, ist seit vielen Jahren übergewichtig. Die Risiken, die mit ihrem Übergewicht einhergehen, ignoriert sie. Ihr Hausarzt hat schon vor einiger Zeit Gallensteine diagnostiziert. Das „Ziepen“ im Oberbauch nach einem etwas fettigeren Essen nimmt sie nicht so ernst, es vergeht ja wieder. Und außerdem steht der Urlaub an.
Als Frau S. nachts wach wird, hat sie krampfartige Schmerzen im Oberbauch, die nicht vergehen wollen. Der herbeigerufene Notarzt stellt fest, dass sie eine Gallenkolik hat und weist sie zur weiteren Untersuchung in das Klinikum Altmühlfranken ein.
Nach der Ultraschalluntersuchung steht fest, dass ein Gallenstein den Ausgang blockiert und die Gallenflüssigkeit nicht abfließen kann. Die Gefahr der Gelbsucht besteht. Beide Chefärzte des Bauchzentrums beschließen nach diesem Befund, zunächst mittels ERCP (Spiegelung der Gallenwege) den Stein aus dem Gallengang zu entfernen und danach die Gallenblase operativ laparoskopisch zu entfernen. Dies geschieht innerhalb von zwei Tagen. Ihren Urlaub kann sie eine Woche später antreten.

Rund zehn Millionen Menschen haben Gallensteine. Meist bleiben sie unbemerkt. Bei Frauen treten Gallensteine drei Mal häufiger auf als bei Männern. Tritt eine Gallenkolik auf, ist meist der Gallensaft mit Fett und Cholesterin übersättigt. Rund 175.000 Gallenblasen werden im Jahr entfernt, 300 allein in Weißenburg.
Die Lebensqualität ist, bis auf den Verzicht auf fettreiche Nahrung, nach einer Gallenblasenentfernung (Cholezystektomie) kaum eingeschränkt.
Bei Gallensteinen wird normalerweise immer die Gallenblase entfernt. Meist kommt die so genannte Schlüssellochchirurgie zum Einsatz. Hierbei wird eine Laparoskopie, eine Bauchspiegelung mit Endoskop, durchgeführt. In der Regel sind dafür drei bis vier kleine Schnitte in der Bauchdecke nötig. Wir arbeiten zunehmend auch mit der SILS-Technik [[Link/Textmarker Chirurgie WBG Spezialiserung]]. Hier ist mit einem Spezialzugang über die Nabelöffnung nur noch ein Schnitt nötig.
Komplikationen wie Wundinfektionen oder auch eine Durchtrennung des Gallenganges treten selten auf. Daher sind Zweiteingriffe (Reinterventionen) nur selten erforderlich.

Auch bei Erkrankungen des Darms oder Magens wird von Fall zu Fall entschieden, ob ein minimalinvasiver endoskopischer Eingriff oder ein chirurgischer die bessere Wahl ist. Gelegentlich wird gleichzeitig endoskopisch und laparoskopisch operiert. Mit dem Bauchzentrum werden medizinische Synergien geschaffen, die nur zum Vorteil des Patienten sind: Kurze Wege und enge Absprachen zwischen zwei medizinischen Disziplinen, kein Zeitverlust bei
Diagnostik und Therapie, keine überflüssigen Doppeluntersuchungen, Vier-Augen-Prinzip bei komplexen Fällen.