Gehirn (Schlaganfall)

Herr R., 54, macht gemeinsam mit seiner Frau eine
Fahrradtour am Brombachsee. Leider ist ihm immer wieder schwindelig und sein Gleichgewicht ist gestört. „Das liegt bestimmt am schwülen Wetter“, denkt er.
Den größten Teil der Tour haben sie geschafft, als R. nicht mehr richtig sehen kann und heftige Kopfschmerzen bekommt.
Als er wieder zu sich kommt, liegt er auf dem Boden. Er ist vom Fahrrad gestürzt. Der Rettungswagen bringt ihn ins Klinikum Altmühlfranken. Dort wird der Verdacht auf einen Schlaganfall gestellt – umgehend erfolgt eine Computertomographie des Gehirns sowie eine Video-Vorstellung von Herrn R. im STENO-Schlaganfall-Netzwerk. Noch im Video-Raum erfolgt die sogenannte Lyse-Therapie, die das verschließende Blutgerinnsel auflösen kann. Soll diese Therapie Erfolg haben, muss sie innerhalb der ersten 4 ½ Stunden nach Symptombeginn begonnen werden.

Ein Schlaganfall ist in rund 60 Prozent der Fälle auf eine Erkrankung der kleinen oder großen Schlagadern zurückzuführen. In rund 20 Prozent der Fälle liegt eine Herzerkrankung zugrunde. In weiteren 20 Prozent ist eine Hirnblutung ursächlich.

Jedes Jahr erleiden in Deutschland rund 200.000 Menschen einen Schlaganfall. Plötzlich auftretende, insbesondere einseitige Lähmungserscheinungen und/oder Gefühlsstörungen im Gesicht, in einem Arm oder Bein sind mögliche Anzeichen für einen akuten Schlaganfall, ebenso wie akute Sprach- oder Sehstörungen. Diese Symptome sind manchmal begleitet von Kopfschmerzen, Benommenheit oder Verwirrtheit.

Schlaganfalleinheit (Stroke-Unit)

Unsere Schlaganfalleinheit (Stroke-Unit) ist eine spezielle Station mit 15 Betten zur Überwachung und Behandlung von akuten Schlaganfällen. Die Patienten werden hier täglich 24 Stunden lang durch speziell im Rahmen des STENO-Projektes (Schlaganfallnetzwerk mit TElemedizin in NOrdbayern) geschulte Ärzte, Pflegekräfte, Ergo-, Physio- und Logotherapeuten betreut. In der Schlaganfalleinheit leiten wir die  Schlaganfalldiagnostik (Doppler- und Duplexsonographie, Computertomographie mit CT-Angiographie, Magnetresonanztomographie, Digitale Subtraktionsangiographie) direkt ein. Hier führen wir auch die Thrombolysetherapie durch, um das Blutgerinnsel in einer Hirnarterie medikamentös aufzulösen. Diese Lysetherapie muss innerhalb der ersten 4 ½  Stunden nach einem Schlaganfall begonnen werden.

Leistungsspektrum der Stroke Unit:

  • Zertifizierte Stroke-Unit (DSG – Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft)
  • Computertomographie (24-Stunden Bereitschaft) mit CT-Angiographie
  • werktägliche Präsenz eines Facharztes für Neurologie
  • Einbindung im STENO-Projekt mit telemedizinischer Vernetzung mit neurologischen Schwerpunktkliniken
  • EEG (Elektroencephalogramm)
  • Digitale Subtraktionsangiographie der hirnversorgenden Arterien
  • Möglichkeit der Lysetherapie rund um die Uhr
  • Extrakranielle Duplexverfahren
  • Transkranielle Duplexverfahren
  • Transoesophageale Echokardiographie (Schluck-Echo)
  • Intermediate-Care-Station mit 10 Monitorbetten
  • Standardisierte Schluckdiagnostik
  • Standardisiertes Schlaganfallmanagement im Rahmen des STENO-Projektes
  • werktägliche Verfügbarkeit von speziell ausgebildeten Logotherapeuten, Ergotherapeuten und Physiotherapeuten

STENO-Projekt

STENO-Projekt steht für "Schlaganfallnetzwerk mit TElemedizin in NOrdbayern". Unter der Koordination durch das Universitätsklinikum Erlangen sind 15 Krankenhäuser in Mittel-, Oberfranken und der Oberpfalz sowie Thüringen mit den überregionalen Schlaganfallzentren in Bayreuth, Erlangen und Nürnberg vernetzt. In jeder Klinik stehen spezielle Schlaganfalleinheiten (STROKE-Unit) mit speziell geschulten interdisziplinären Behandlungsteams zur Verfügung. Kernelemente sind die Möglichkeit der telemedizinischen fachneurologischen Konsultation zu jeder Tages- und Nachtzeit, regelmäßige Schulungen, Erfahrungsaustausch, Standardisierung sowie Qualitätssicherung und -kontrolle.