Herz (Kardiologie)

Morgens um drei Uhr erleidet Herr M., 48, einen Herzinfarkt, der sich durch einen starken Druck im Brustkorb und Schmerzen, die in den linken Arm und den Oberbauch ausstrahlen, ankündigt. Ihm ist übel und er bekommt nur schwer Luft. Angst und ein starkes Gefühl der Beklemmung steigen in ihm hoch. Unser Notarzt wird gerufen. Noch vor Ort übermittelt er das EKG via Smartphone und ruft das Team im Klinikum zusammen. Das Herzkatheterlabor ist bis zum Eintreffen von M. vorbereitet. Gut so. Bei Herzinfarkten spielt der Faktor Zeit eine entscheidende Rolle. Der Herzinfarkt wird mittels Ballonerweiterung und Einlage einer Gefäßstütze (Stent) behandelt. Das Gefäß konnte ohne Komplikationen geöffnet werden. Nach einer Woche wird M. entlassen.

Jährlich erleiden in Deutschland 274.000 Menschen (2011) einen Herzinfarkt. Allein in Gunzenhausen werden jährlich zwischen 250 und 300 Patienten mit akuten Herzinfarkten behandelt. Auffallend ist die steigende Anzahl der Herzinfarkte bei jüngeren Patienten.

Zeit, in Minuten bemessen, spielt bei der erfolgreichen Therapie eines Infarktes eine wesentliche Rolle. Die Fachärzte im Herzkatheterlabor in Gunzenhausen sind auf die Notfallbehandlung bestens vorbereitet. Sobald der Notarzt die Daten des EKG telemetrisch auf das Smartphone des diensthabenden Facharztes übermittelt, leitet dieser das Notwendige ein. Ursache eines Herzinfarktes ist der Verschluss eines Herzkranzgefäßes. Im Rahmen des Herzkathetereingriffs wird dieser Verschluss mittels Ballonerweiterungen und Einlage einer Gefäßstütze (Stent mit und ohne Medikamentenbeschichtung) beseitigt. Selten ist auch die Implantation einer Herzpumpe (IABP) notwendig.

Generell überprüfen wir bei Herzkatheteruntersuchungen die Funktionsfähigkeit des Herzens: Wie ist die Pumpkraft des Herzens? Wie ist die Durchblutung des Herzmuskels durch die so genannten Herzkranzgefäße? Gibt es Verengungen oder Undichtigkeiten der Herzklappen? Wie ist der Blutdruck im Herzen und den vom Herzen ausgehenden Gefäßen? Meist führen wir diese Untersuchungen durch, wenn es Hinweise auf eine Verengung der Herzkranzgefäße gibt. Dies kann sich beispielsweise in Brustschmerzen (der sogenannten Angina pectoris), Luftnot unter Belastung, aber auch in Veränderungen des EKGs oder der Ultraschalluntersuchung des Herzens zeigen. Weitere Gründe können Veränderungen an den Herzklappen sein. Verengte Herzkranzgefäße werden während der Untersuchung durch Ballondilatation/PTCA und den Einsatz spezieller Metallprothesen (Stents) aufgedehnt.

Leistungsspektrum Kardiologie

    • Akutbehandlung des Herzinfarktes mittels Ballonerweiterung – bei Bedarf mit Thrombusabsaugung - sowie Einlage einer Gefäßstütze (Stent, mit/ohne Medikamenten-beschichtung) in 24-Stunden-Bereitschaft, ggf. auch Implantationen einer Herzpumpe (IABP) 
    • Linksherzkatheterdiagnostik bei vermuteter Erkrankung der Herzkranzgefäße 
    • Ballonerweiterung von Bypässen unter Verwendung von Embolie-Protektionssystemen
    • Intrakoronare Druckmessung zur Graduierung von Gefäßengstellen
    • Intravaskulärer Ultraschall (IVUS)
    • Verwendung von beschichteten Koronarballons
    • Rechtsherzkatheteruntersuchung zur Abklärung spezieller Herzfehler/Herzklappenfehler sowie ergänzend bei speziellen Lungenerkrankungen
    • 3D-Echokardiographielabor mit allen modernen Ultraschallverfahren zur Abklärung von Herzerkrankungen einschließlich transoesophagealer 3D-Echokardiografie (Schluckecho), Kontrastmittelechokardiographie und Stressechokardiographie (medikamentös/dynamisch)
    • Einbau von Ein- und Zweikammerherzschrittmachern, Nachsorge aller gängigen Herzschrittmachersysteme einschließlich Defibrillatoren (ICD)
    • Implantation von Event-Rekordern
    • Ruhe- und Belastungs-EKG
    • 24-Stunden-EKG, Langzeit-Blutdruckmessung
    • Einfache und komplexe Herz/Kreislauftests (Schellongtest)
    • Spiroergometrie
    • Herzbeutelpunktion