Fußchirurgie

Frau H., 34, kommt im Herbst 2012 das erste Mal zur Untersuchung. Sie klagt über Schmerzen im Bereich der rechten Großzehe. Es findet sich eine mittelgradige Hallux valgus Fehlstellung rechtsseitig mit zusätzlich schmerzhaftem Ballen. Die Großzehe stößt bereits an der zweiten Zehe an. Es finden sich immer wieder schmerzhafte Druckstellen und Hühneraugen. Nach dem Gespräch, wo wir ausführlich über die Vor- und Nachteile einer OP gesprochen haben, entscheidet sich Frau H. vier Wochen später zu einem fußchirurgischen Eingriff im Klinikum Altmühlfranken. Der schmerzhafte Ballen wird abgetragen, die Zehe gerade gestellt. Die zweite Zehe hat nun genug Platz gegenüber der ersten Zehe. Der Eingriff verlief gut. Frau H. konnte das Klinikum vier Tage später wieder verlassen. Nach sechs Wochen war die Patientin vollkommen beschwerdefrei. Sie könnte auch wieder Stöckelschuhe tragen.

Die Behandlung von Erkrankungen des Fußes hat in den letzten Jahren eine deutliche Trendwende erfahren. Nachdem „der Fuß“ lange Zeit eine Domäne der langfristigen und häufig nicht komplett beschwerdelindernden konservativen Behandlung war, bestehen nun durch die Entwicklung neuer Techniken und Implantate eine Vielzahl an Möglichkeiten. Durch die Verwendung eines Titanplättchens kann der Patient den Fuß nach dem Eingriff ohne Gips oder Gehstützen belasten. Postoperative Schmerzen, Schwellungen und Blutergüsse treten selten auf, der Heilungsprozess ist beschleunigt.

Auch mit der rasanten Entwicklung der fußchirurgischen Therapien in den letzten Jahren muss nicht jede Fußfehlstellung operativ korrigiert werden. Die Beschwerden des Patienten stehen, wie die klinische Untersuchung des Fußes mit und ohne Belastung, im Vordergrund.  Das Spektrum chirurgisch therapierbarer Erkrankungen des Fußes umfasst angeborene sowie erworbene Deformitäten, traumatisch und degenerativ bedingte Erkrankungen.